Was ist dran an der Kritik? Der Faktencheck zum NNP-Bericht

Am Mittwoch ist ein Artikel in der „Nassauischen Neuen Presse“ erschienen, in dem mehrere Bürger zitiert werden, die Kritik an der Gemeinde Hundsangen üben. Dazu veröffentlichen wir diese Stellungnahme:

Die NNP war einmal für sachliche Berichterstattung bekannt, zu der eine sorgfältige Recherche und das Anhören der Gegenseite zählten. Dem Artikel der Live-Reporterin mangelt es nun aber an diesen journalistischen Grundsätzen.

Im dem Zeitungsbericht wird der Vorwurf geäußert, die Gemeinde (der Ortsgemeinderat nebst Bürgermeister und Beigeordneten) sei schuld, dass es kein Seniorenheim in Hundsangen gibt. Das ist von grundsätzlicher Unkenntnis geprägt. Es ist richtig, dass sich Herr Wagenbach immer wieder zu Wort meldet, Gelände fordert und einen Investor erwähnt, der uns aber bis heute namentlich unbekannt ist. Es handelt sich lediglich um konzeptlose Forderungen. Zudem sollte man nicht unerwähnt lassen, dass die deutliche Mehrheit der Hundsänger Seniorinnen und Senioren mit der Situation im Ort mehr als zufrieden ist. Dies wurde durch eine Umfrage belegt. Eine dezidierte Forderung nach einem Pflegeheim kam nur sehr vereinzelt auf. Dennoch wird die Gemeinde selbstverständlich belastbare Pläne in dieser Richtung jederzeit unterstützen.

Auch die These, wonach Hundsangen unter einem Wegzug junger Familien leide, entspricht nicht der Wahrheit. Der Anteil der 20- bis 64-jährigen Einwohner bewegt sich stabil bei 60 Prozent. Im Rahmen des Projektes „Leben im Dorf“ wurden in Hundsangen die meisten Neu- und Umbauten in der Verbandsgemeinde Wallmerod bezuschusst – ein starker Indikator für die Attraktivität Hundsangens und dafür, dass sich Familien hier wohlfühlen. Genauso falsch ist die Behauptung, es würde aufgrund einer abnehmenden Kinderzahl keine Schule oder Turnhalle mehr geben. Der Anteil der Kinder bis neun Jahre bewegt sich zwischen 2005 und 2015 auf einem stabilen Level um die zehn Prozent. Ein Wohnortwechsel bei jungen Menschen hängt in der Regel mit der Wahl des Arbeits- oder Studienplatzes zusammen, worauf die Gemeinde keinen Einfluss hat. Die Zu- und Wegzüge halten sich auch hier über die Jahre die Waage. Das ausgesprochen sehr gute Vereinsleben und die mehr als gut besuchten Feste (Fastnacht, Kirmes, Erster-Mai-Fest etc.) sind überregional bekannt und sprechen für sich.

In dem Bericht wird der Eindruck erweckt, als sei die Ampel erst kürzlich in Betrieb genommen worden. Auch das entspricht nicht den Tatsachen. Mit der Eröffnung des CAP-Marktes im April 2014 ist die Ampel bereits in Betrieb. Weiterhin wird der Wunsch geäußert, dass es mehr Rundwege mit Sitzmöglichkeiten geben soll. Doch allein in den letzten 20 Jahren wurden mehr als 40 Bänke in und um Hundsangen montiert. Es gibt in Hundsangen also ausreichend Spazierwege, die mit einer Vielzahl an Sitzgelegenheiten versehen sind.

Korrekt ist, dass es im Rathaus seit 2013 (und nicht seit bereits fünf Jahren) einen zu langen Leerstand gab, der einer Lösung bedurfte. Diese wurde aber gefunden, als der Gemeinderat Ende letzten Jahres nach kontroverser Diskussion eine Teilsanierung beschlossen hat.

Unsere dringende Bitte an die Redaktion der NNP ist es, sich wieder auf journalistische Tugenden zu besinnen und nicht jede zugetragene Information ungeprüft zu übernehmen.

 

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